Christoph Koch

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Alle Freunde auf einen Klick – Wie das Internet die Freundschaft verändert

30. August 2010 von christophkoch· Tagesspiegel

Eine gängige These: Das Internet macht Kontakte oberflächlich. Blödsinn! Wahre Freundschaften bleiben bestehen – und neue kommen im Netz hinzu.

Da haben die Leute dann 300 Freunde – wer soll das denn glauben?, empören sich die Kritiker von Online-Netzwerken wie Facebook, Mein VZ oder MySpace. Das Internet zerstöre die wahre Freundschaft, behaupten Pessimisten wie der amerikanische Kulturkritiker William Deresiewicz. “Wir haben so viele Freunde im Internet, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen”, heißt es in der Werbekampagne einer Tageszeitung. Doch in Wirklichkeit sind das Internet und seine inzwischen 500 Millionen Menschen große Nation von Freunden namens Facebook nicht das Ende der Freundschaft – sondern eine Bereicherung. Mag sein, dass manch virtueller Austausch (“Tolles Foto!” / “Danke, hat Tina auf Sardinien gemacht.”) trivial erscheint – aber ist diese angebliche Oberflächlichkeit wirklich so schlimm?

Tatsächlich liegt gerade in der Möglichkeit, mal unverbindlich und schnell, mal intensiv und direkt zu kommunizieren, ein großer Gewinn. Da ist die berufstätige Mutter, der noch weniger Zeit bleibt, seit sie die Fortbildung angefangen hat. Abends, wenn die Kleinen schlafen, schafft sie es zwar nicht mehr, mit ihren Freundinnen tanzen oder ins Kino zu gehen – aber ein paar Zeilen, Fotos und Neuigkeiten online auszutauschen, das geht leichter. Oder die alten Freunde, die vor Jahren eine WG teilten, nun in verschiedenen Städten wohnen und sich nur noch alle paar Jahre treffen. Wenn das geschieht, müssen sie sich nicht mehr mühsam auf den neuesten Stand bringen, sondern sind über das Leben des anderen durch Facebook-Updates so auf dem Laufenden, als würden sie sich viel öfter treffen. Und kommen so schneller zu den tatsächlich relevanten, persönlichen Themen.

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“Wir wollen nicht provozieren” – Dan Houser, Erfinder von GTA und Red Dead Redemption, im Interview

27. August 2010 von christophkoch· Neon

DAN HOUSER, 35, leitet die Videospielfirma Rockstar Games, die hinter der umstrittenen Reihe »Grand Theft Auto« steckt. Zum Start des neuen Spiels »Red Dead Redemption« spricht er über Gewalt und Doppelmoral.

Aus dem modernen New York Ihres letzten Spiels »Grand Theft Auto IV« (GTA), das allein in der ersten Woche 500 Millionen Dollar Umsatz machte, schicken Sie den Spieler nun in die Vergangenheit – warum?

»Red Dead Redemption« spielt um 1910 herum – zu einer Zeit, als die glorreichen Tage des Wilden Westens, der Cowboys und Outlaws langsam zu Ende gehen. Die Eisenbahn und der Telegraf breiten sich aus, und mit ihnen dringt auch das Gesetz in die hintersten Winkel vor, in denen vorher noch Anarchie herrschte. Dieser Umbruch hat uns gereizt.

Sie versehen alle Figuren im Spiel – von der Hauptperson bis zu kleinen Nebenrollen – mit eigenen Dialogzeilen und einer eigenen Vorgeschichte. Muss man sich das wie ein Filmdrehbuch vorstellen?

Ja, aber wie ein gigantisches. Bei »GTA IV« oder »Red Dead Redemption« dauert es rund fünfzig Stunden, die Haupthandlung durchzuspielen. Das entspricht eher einer ganzen Fernsehserie oder einem dicken Roman. Dazu kommen Nebenhandlungen. Ich habe mir kürzlich den gesamten Dialogtext von »GTA IV« ausdrucken lassen, um ihn zu archivieren: Der Stapel war fast zwei Meter hoch.

John Marston, die Hauptfigur Ihres neuen Spiels, ist ein ehemaliger Verbrecher, der sich zur Ruhe setzen will und noch einmal gegen seine alte Gang ins Feld ziehen muss. Ein moralisch zweifelhafter Charakter, bei dem man nicht weiß, ob man ihn mag oder nicht – genauso wie Niko Bellic in »GTA IV«. Warum liegt Ihnen diese Art Figur so am Herzen?

Ich kann mich in diese Art von Personen besser hineinversetzen – und ich glaube, das geht anderen auch so. Ein strahlender Held, wie es ihn in vielen Filmen gibt, würde in unseren Spielen nicht funktionieren. Wenn der Spieler als John Marston durch die Prärie reitet, hat er immer die Möglichkeit, sich ehrenhaft zu verhalten – oder wie ein Schurke. Deshalb muss ich die Figur so gestalten, dass beides Sinn ergibt.

Ein Western ist ja eigentlich ein klassisches Genre für Filme, kein interaktives.

Stimmt. Wir wollten einerseits, dass man in klassische Situationen gerät: auf einem Pferd einer Dampflok hinterherjagen. Mit einem Trupp von Männern einen Bösewicht über die Prärie verfolgen und ihn mit dem Lasso einfangen. Ein Fort verteidigen. Gleich zeitig wollten wir eine Welt schaffen, zu der ein modernes Publikum einen Zugang findet. Der Hauptunterschied zu einem Western ist ja: Bei einem Film kontrolliert der Regisseur jede Einstellung. In unseren Spielen kann sich jeder frei bewegen: Man kann schauen, was hinter dem Saloon passiert. Oder spontan zu dem Berg in der Ferne reiten – und währenddessen überraschend auf einen Grizzly treffen.

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Türsteher und Topmodels – Meine Stadt: Moskau

25. August 2010 von christophkoch· Neon

Keine Angst vor den 80er-Jahre-Türstehern: Wer die richtigen Tricks kennt, kommt in der russischen Hauptstadt auch als mittelloser Student in den Genuss all der HERRLICHEN KLISCHEES: schwerreiche Männer mit 18-jährigen Models, Restaurants mit Pool und korrupte, aber harmlose Polizisten.

»Ich sage Freunden von außerhalb immer, dass sie sich Moskau wie eine hässliche Prinzessin vorstellen müssen, die sich zu stark schminkt und ruppige Umgangsformen pflegt. Nicht vom ersten Blick täuschen lassen: Die Stadt und die Menschen wirken inzwischen relativ europäisch – aber die Mentalität ist doch härter. Hier wird gedrängelt, geschoben und getrickst und oft auch skrupellos vom Recht des Stärkeren Gebrauch gemacht. Trotzdem spürt man besonders im Nachtleben eine einzigartige Energie – auch wenn die kantigen Türsteher mit Regeln wie »Keine Turnschuhe!« manchmal an die 80er – Jahre erinnern. Wer wirklich nirgends reinkommt, sollte ins Propaganda gehen, einen alternativen Electroclub, donnerstags der beste Laden der ganzen Stadt. Am Wochenende kommen die Vorstädter, dann wird der Ton etwas rauer – dafür ist es leicht, jemanden abzuschleppen. Den Türsteher meines Lieblingsclubs Solyanka umgeht man, indem man bereits zum Essen dorthin geht und die teils russischen, teils mediterranen, teils thailändischen Fischgerichte genießt. Um 23 Uhr werden die Tische rausgeräumt, und die ganzen Hipster und Kreativtypen kommen zum Tanzen. Donnerstags ist der Eintritt frei, während der Woche finden auch Konzerte statt.

Für die Minimal- und Housepartys im Progressive Daddy sollte man sich etwas schicker machen, aber der Türsteher hat in Hamburg studiert und spricht Deutsch, das kann die Sache erleichtern. Wer es richtig posh haben will, versucht sein Glück im Pacha oder im Soho Rooms. Ein Freund von mir hat sich hier mal einen ganzen Abend kaputtgelacht über die Ansammlung von schwerreichen Männern, die mit je fünf 18-jährigen Models vor dem Kamin oder auf der Poolterrasse sitzen. Wenn es einem nichts ausmacht, dass man finanziell nicht mal ansatzweise mitspielen kann, ist das Spektakel unterhaltsam an zusehen – und auf alle Fälle ein Moskau klischee, das der Realität entspricht. Für die Afterhour empfehle ich so gegen sechs Uhr dann das Paparazzi oder das Garage.

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Ameisen, Frisbees, Open-Air-Karaoke: Der Stadtpark von A bis Z

23. August 2010 von christophkoch· Neon

Ohne AMTLICHEN GRÜNFLÄCHEN wäre der Sommer in der Stadt gar keiner. Der Park ist Oase, Spielplatz, Kampfzone. Und der beste Ort, um an seiner Frisbee-Vorhand zu feilen.

Ameisen:
Pinkeln die kleinen Biester jetzt eigentlich? Oder stechen sie? Oder sind es Bisse, die so wehtun? So oder so: Eine auf geschnittene Zwiebel (>Utensilien), die man über die brennende Stelle streicht, hilft.

Berühmtheiten:
Sechs europäische Parks für den nächsten Wochenendtrip:

  • Der Englische Garten in München: größer als der Central Park – und mit höherer Biergartendichte.
  • Der Bois de Boulogne in Paris: mehr als tausend verschiedene Rosenarten und ein eigener kleiner Zoo.
  • Der Stockholmer Nationalstadtpark: Der erste innerstädtische Nationalpark der Welt ist eine eigene kleine Stadt, inklusive Uni.
  • Der Wiener Volksgarten: kaiserlich entspannen, abends am Theseustempel feiern.
  • Der Aaseepark in Münster: 2008 Sieger des Wettbewerbs »Deutschlands schönster Park«, 2009 auch im europäischen Wettbewerb gegen Parkkonkurrenz aus Frankreich, Großbritannien, Schweden und Italien erfolgreich.
  • Der Parc Güell in Barcelona: von Antoni Gaudí geschaffen, berühmt für seine großartigen Mosaike.

Cruising:
Dass Parks gute Orte sind, um schnell Sexpartner zu finden, wusste schon Ovid. In einem Park in Amsterdam weisen inzwischen sogar Schilder den (in der Regel homosexuellen) Suchenden den Weg. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung erklärte, damit solle dafür gesorgt werden, dass verschiedene Gruppen den Park nach ihrem Gutdünken nutzen können, ohne sich in die Quere zu kommen. Kritiker der Schilder fürchten, dass sie homophoben Gewalttätern den Weg zu ihren Opfern weisen könnten. Im Berliner Tiergarten geht das Antigewaltprojekt MANEO einen anderen Weg: In einem Gebiet, in dem sich ein großer Kinderspielplatz befindet, wurden Schilder aufgestellt, die Cruiser dazu auffordern, sich bitte in anderen Ecken des Parks zu amüsieren.

Decke:
Muss aus unerfindlichen Gründen immer kariert sein – und wenn sie untenrum mit Plastik beschichtet ist, kann man es auch auf noch (tau- oder regen-) feuchtem Gras vortrefflich aushalten. Wer sich nicht mit einem Billigteil sehen lassen will, greift zum »Eventer All Wool Tartan«, dem Original von Tweedmill.

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Wenn das Päckchen selber klingelt – Smart Trucks, RFID und die Deutsche Post

20. August 2010 von christophkoch· brand eins

Von wegen gute alte Post -der Logistikkonzern arbeitet fleißig an der Zukunft. Dazu gehören Sendungen, die sich freundlich beim Empfänger anmelden.

- Irgendwas ist immer. In diesem Fall nerven ein Unfall an der Ecke Friedrichstraße und Mohrenstraße, der den Verkehr lahmlegt, sowie eine zusätzliche Paketabholung am Gendarmenmarkt, die nicht eingeplant war. Allerdings ist dieser Stau ebenso wenig real wie das abzuholende Paket – beides sind nur große runde Spielsteine, die der Besucher des Innovation Centers der Deutschen Post auf einem digitalen Stadtplan platzieren darf, der die Straßen von Berlin-Mitte zeigt. Binnen Sekundenbruchteilen errechnet der Computer daraufhin die bestmögliche neue Route – die einerseits den Stau umfährt und andererseits die Paketabholung optimal in die Reihe der noch zu erledigenden Aufträge einbindet.

Was auf dem Großbildschirm des Innovationszentrums in Troisdorf bei Bonn so spielerisch simuliert wird, ist in der Realität eine kleine Revolution, sagt Keith Ulrich, Leiter Technology & Innovation Management bei der Deutschen Post DHL: “Bislang sind die Routen der Expressfahrer eher statisch. Eingeteilt nach Postleitzahlen fahren sie routiniert ihre Zustellbezirke ab – unabhängig davon, wie viele Aufträge sie an diesem Tag zu erledigen haben oder was im Laufe des Tages noch hinzukommt.”

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Clownschminke und Vuvuzela: Public Viewing von A bis Z

03. August 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Die WM in Ruhe zu Hause gucken? Etwas sehen vom Spiel und nicht nur vom Hinterkopf des Vordermanns? Ohne Nationalschminke im Gesicht? Seit dem Sommermärchen 2006 undenkbar. Die wichtigsten Informationen zum OPEN-AIR-WAHNSINN.

Allgemeingut:
Wer einen Flatscreen auf den Gehsteig stellen oder anderweitig ein Public Viewing organisieren will, hat seine Rechnung ohne den Weltverband FIFA gemacht: Bei kommerziellen Veranstaltungen (Eintritt, FIFA-fremde Sponsoren, etc.) wird eine Gebühr zwischen 1000 und 14 000 Dollar erhoben – oder eine Genehmigung mit dem Hinweis auf ein offizielles »Fan Fest« in derselben Stadt möglicherweise ganz abgelehnt Und selbst wer ein unkommerzielles >Rudelgucken plant, muss sich dies bislang von der FIFA via Lizenz genehmigen lassen, eine mit deutschem Recht unvereinbare Schikane, wie viele Fußballfans und Urheberrechtsexperten finden.

Bohrinseln:
Laut FIFA handelt es sich um Public Viewing, wenn das Fußballschauen nicht in privaten Wohnräumen, sondern in der Öffentlichkeit stattfindet, unter anderem auch in »Kinos, Bars, Büros, auf Baustellen, auf Bohrinseln, Bussen, Krankenhäusern und Militäreinrichtungen «.

Public Viewing im Stadion (inklusive Goleo) im Jahr 2006

Clownschminke:
Der Profiträgt die Nationalfarben mit einem Dreifachschminkstift auf – das verhindert auch alkoholbedingte Ungenauigkeiten, die einen versehentlich zum Belgier machen. Weitere Geschenke für den Deutschlandfan, der schon alles hat: Knicklicht in Schwarz-Rot-Gold, Hawaiikette in Schwarz-Rot-Gold, Sonnenbrille mit schwarzrot- goldenen Gläsern, Airsticks in Schwarz- Rot-Gold zum Aneinanderknallen – und natürlich der Schwarz-Rot-Gold-Irokese. Wenn am 12. Juli alles vorbei ist, will es natürlich wieder niemand gewesen sein.

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“Bei BP herrscht das Diktat der knallharten Kostensenkung” – Interview zur Ölkatastrophe mit dem Geologen Jeremy Leggett

28. July 2010 von christophkoch· Neon

JEREMY LEGGETT arbeitete für die Ölindustrie. Bis er kündigte und sich Greenpeace anschloss. Für die Katastrophe im Golf von Mexiko macht der Geologe und Solarunternehmer die Unternehmenskultur von BP verantwortlich – und den absurd großen Hunger der Menschen nach Öl.

Mister Leggett, wie konnte es zur verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko kommen?

Es wurde seitens des Unternehmens anscheinend nicht in Betracht gezogen, dass der Blow-out-Preventer, also der Abdichtkopf des Bohrlochs, versagen könnte. Das ist das eine. Hinzu kam, dass das Versiegeln des Bohrlochs mit Zement in einer Tiefe von 1500 Metern nicht ganz so einfach ist, wie man sich das vorher gedacht hatte. Meines Erachtens wurden zudem systematisch Warnzeichen ignoriert.

Jede Baufirma sichert sich für den Fall ab, dass ihr Kran umfällt oder der Beton nicht hält. Wie kann es sein, dass der größte Mineralölkonzern der Welt im Zuge dieser Katastrophe derart dilettantisch agiert?

Bei BP herrscht das Diktat der knallharten Kostensenkung – und dafür wurde die Konzernleitung von Teilen der Wirtschaftspresse auch geradezu angebetet. Wie wir sehen, kann diese Einstellung auch dazu führen, dass Einsparungen wichtiger werden als die Sicherheit von Mensch und Umwelt. Erst im vergangenen Jahr wurde BP zu einer Millionenstrafe verurteilt, weil man Sicherheitsmängel, die in Texas City …

… wo 2005 eine Ölraffinerie explodierte und fünfzehn Menschen tötete …

offenkundig geworden waren, nicht behoben hatte. Auch im Rahmen der aktuellen Ölkatastrophe sind bereits mehr als hundert Klagen eingereicht worden. Dazu kommt, dass nun auch die amerikanische Politik hart gegen BP vorgeht, etwa indem sie die Haftungsbeschränkung aufheben will, die derzeit eine maximale Zahlung von 75 Millionen Dollar vorsieht.

US-Präsident Obama will auch die Abgaben der Ölfirmen erhöhen, um den Notfalletat für solche Katastrophen aufzustocken. Sehen Sie Unterschiede zwischen den einzelnen Konzernen? Sind einige schlimmer als andere?

Ich glaube nicht, dass es große Unterschiede gibt, am Ende ist es Zufall, welche der Ölfirmen es mit einer solchen Katastrophe erwischt. Aber BP ist als Firma leider auch in Sachen Klimawandel sehr verantwortungslos – da sie ihre Haltung in den vergangenen Jahren komplett geändert hat.

Inwiefern?

Unter dem alten CEO John Browne hatte sich BP beispielsweise verpflichtet, keine Ölsande abzubauen, weil dabei große Mengen CO2 freigesetzt werden. Doch seit 2007 Tony Hayward die Leitung des Konzerns übernommen hat, werden solche Projekte geplant. Was Hayward mit dem Satz kommentierte, es hätte früher bei BP zu viele Leute gegeben, die »die Welt retten wollten«.

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Blaues Wunder: der iSimangaliso Wetland Park in Südafrika

12. July 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Gewissermaßen als Schlusspunkt des südafrikanischen WM-Wahnsinns habe ich für ZEIT Online einen Text über den iSimangaliso Wetland Park am Ostkap geschrieben. Null Fußball, tonnenweise Tiere - und alles mit viel, viel Wasser. Denn:

Löwen und Giraffen vom Rücksitz eines Geländewagens aus zu fotografieren, das kann ja jeder.

Text & Foto: Christoph Koch

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Die besten Suchanfragen im Juni 2010

10. July 2010 von christophkoch· Wollt grad sagen

Im letzten Monat, als die Tage noch kühler waren und noch niemand den Kraken namens Paul kannte, suchten die Menschen da draußen unter anderem nach folgenden Dingen:

Die besten Suchanfragen im Juni 2010

  • im knast frau macht schluss
  • 1 woche urlaub wie groß der koffer
  • erklär mir wie die menschen früher lebten
  • das gegenteil von fortschritt
  • wir verstecken uns nicht, christoph koch

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Die neue deutsche Hasswelle: Bücher gegen Lehrer und Eltern, Bahn und Banken

29. June 2010 von christophkoch· Neon

Sie wettern gegen Lehrer, Ärzte, Autofahrer, Supermuttis, die Deutsche Bahn und die allgemeine Verblödung. HASSBÜCHER haben Erfolg.

»Wir haben euch was mitgebracht – Hass! Hass! Hass!« Den Schlachtruf, den man sonst vorwiegend auf autonomen Demos hört, könnten derzeit auch Buchhändler ihren Kunden entgegenschleudern. Denn in ihren Regalen und auf den Bestsellerlisten wird gehasst, dass die Halsschlagader schwillt: Ärztehasser, Lehrerhasser, Elternhasser, Handyhasser – für alle gibt es ein Buch, manchmal auch schon zwei oder drei. Nicht immer tragen sie den Hass im Titel wie »Totalschaden – das Autohasserbuch«, stets aber im Herzen: »Die Dilettanten – wie unfähig unsere Politiker wirklich sind« heißen sie dann, oder »Supermuttis: eine Abrechnung mit den überengagierten Müttern«. Meist wird in ihnen von Insidern »ausgepackt«, mit Eliten »abgerechnet « und schonungslos »angeklagt« – und fast immer sehen ihre Umschläge aus wie eine kompakte Version der BILD-Zeitung: große Buchstaben, harte Worte, alles in Schwarz- Rot-Weiß.

»Diese Bücher sind definitiv sehr erfolgreich«, bestätigt der Berliner Literaturagent Michael Gaeb, »was man unter anderem daran sieht, dass die Verlage solche Konzepte immer wieder bei uns nachfragen.« Natürlich gibt es kritische Sachbücher zu verschiedenen Missständen nicht erst seit gestern. Neu sind der Hass und die Schamlosigkeit. Lehrer: faul. Ärzte: faul und gekauft. Politiker: faul und unfähig. Ostdeutsche: faul, unfähig und vom Fernsehen verdummt. Passend dazu hat sich in der Branche ein neuer Lieblingsausdruck entwickelt, wenn über Sachbücher gesprochen wird: steil.

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